Vorläufige Betreuung — und die Betreuervergütung

Der Vergü­tungsanspruch in dem durch § 5 VBVG pauschal fest­gelegten Umfang beste­ht für den gesamten Zeitraum der Betreu­ung.

Vorläufige Betreuung — und die Betreuervergütung

Eine im Wege der einst­weili­gen Anord­nung erfol­gte vor­läu­fige Betreuerbestel­lung tritt gemäß § 302 Satz 1 Fam­FG mit dem im Beschluss beze­ich­neten Zeit­punkt, spätestens aber nach sechs Monat­en außer Kraft, wenn sie nicht nach § 302 Satz 2 Fam­FG ver­längert wurde.

Vor diesem Außerkraft­treten endet die vor­läu­fige Betreu­ung nur durch eine aus­drück­liche gerichtliche Entschei­dung gemäß § 1908 d BGB. Die let­zt­ge­nan­nte Regelung dient der Klarheit der Rechtsver­hält­nisse. Denn es ist vielfach zweifel­haft und erst durch gerichtliche Ermit­tlun­gen zu klären, ob die Voraus­set­zun­gen für eine Betreu­ung nicht mehr vor­liegen1.

Auch wenn die Betreu­ung zu Unrecht ange­ord­net ist, berührt dies den Vergü­tungsanspruch nicht2.

Dem Recht­spfleger ist im Vergü­tungs­fest­set­zungsver­fahren grund­sät­zlich lediglich die Prü­fung über­tra­gen, ob und wann die gemäß § 1908 d Abs. 1 BGB iVm § 23 c Abs. 2 GVG, § 19 Abs. 1 Satz 1 Ziff. 1 RPflG dem Richter vor­be­hal­tene Aufhe­bung der Betreu­ung erfol­gt ist, nicht aber, ob die Aufhe­bung früher hätte erfol­gen kön­nen3.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 13. Jan­u­ar 2016 — XII ZB 102/13

  1. BGH, Beschluss vom 28.07.2015 — XII ZB 508/14, Fam­RZ 2015, 1709 Rn. 9 mwN []
  2. BGH, Beschluss vom 20.08.2014 — XII ZB 479/12, Fam­RZ 2014, 1778 Rn. 11; MünchKomm-BGB/Wa­genitz 6. Aufl. § 1836 Rn. 3 mwN []
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 11.04.2012 — XII ZB 459/10, Fam­RZ 2012, 1051 Rn. 25 []