Die zwischenzeitlich erledigte Fixierung

Die Zuläs­sigkeit ein­er Ver­fas­sungs­beschw­erde set­zt voraus, dass ein Rechtss­chutzbedürf­nis für die Aufhe­bung des ange­grif­f­e­nen Hoheit­sak­tes oder jeden­falls für die Fest­stel­lung sein­er Ver­fas­sungswidrigkeit vor­liegt1. Dieses Rechtss­chutzbedürf­nis muss noch im Zeit­punkt der Entschei­dung des Bun­desver­fas­sungs­gerichts fortbeste­hen2.

Die zwischenzeitlich erledigte Fixierung

Dies ist bei beson­ders tief­greifend­en und fol­gen­schw­eren Grun­drechtsver­stößen ins­beson­dere der Fall, wenn die direk­te Belas­tung durch den ange­grif­f­e­nen Hoheit­sakt sich auf eine Zeitspanne beschränkt, in welch­er der Betrof­fene nach dem regelmäßi­gen Geschäfts­gang eine Entschei­dung des Bun­desver­fas­sungs­gerichts kaum erlan­gen kon­nte3. Der Grun­drechtss­chutz des Betrof­fe­nen würde andern­falls in unzu­mut­bar­er Weise verkürzt4.

Unter die Fall­gruppe tief­greifend­er Grun­drecht­se­in­griffe fall­en vornehm­lich solche, die schon das Grundge­setz – wie die hier gel­tend gemachte Frei­heit­sentziehung gemäß Art. 104 Abs. 2 GG – unter Richter­vor­be­halt gestellt hat5. Mit der Fix­ierung, die ihrer Natur nach häu­fig vor ein­er gerichtlichen Über­prü­fung schon wieder been­det ist, ste­ht ein solch­er tief­greifend­er Grun­drecht­se­in­griff in Rede.

Bun­desver­fas­sungs­gericht, Urteil des Zweit­ens vom 24. Juli 2018 — 2 BvR 309/15

  1. vgl. BVer­fGE 81, 138, 140 []
  2. vgl. BVer­fGE 21, 139, 143; 30, 54, 58; 33, 247, 253; 50, 244, 247; 56, 99, 106; 72, 1, 5; 81, 138, 140 []
  3. vgl. BVer­fGE 81, 138, 140 f.; 107, 299, 311; 110, 77, 85 f.; 117, 244, 268; BVer­fG, Beschluss vom 19.07.2017 — 2 BvR 2003/14 24; stR­spr []
  4. vgl. BVer­fGE 34, 165, 180; 41, 29, 43; 49, 24, 51 f.; 81, 138, 141 []
  5. vgl. BVer­fGE 96, 27, 40; 104, 220, 233 []