Betreuervergütung für den DDR-Diplomlehrer

Mit der Höhe des Stun­den­satzes bei der Betreuervergü­tung musste sich aktuell der Bun­des­gericht­shof im Rah­men eines Stre­its um die Vergü­tung für einen Betreuer befassen, der im Jahr 1986 in der ehe­ma­li­gen DDR eine Hochschu­laus­bil­dung zum Diplom­lehrer für Geschichte abgeschlossen hat­te. Stre­it­ig war insoweit ins­beson­dere, ob der Betreuer durch dieses abgeschlossene Studi­um nutzbare Ken­nt­nisse für die Führung der Betreu­ung erwor­ben hat.

Betreuervergütung für den DDR-Diplomlehrer

Der Bun­des­gericht­shof hob die landgerichtliche Entschei­dung aus formellen Grün­den auf, da das Landgericht sein­er rechtlichen Prü­fung den Stu­di­en­plan für die Aus­bil­dung von Diplom­lehrern “in der Fachkom­bi­na­tion Deutsche Sprache und Literatur/Geschichte” zugrunde gelegt hat­te. Der Betreuer hat jedoch eine Aus­bil­dung (allein) zum Diplom­lehrer für Geschichte absolviert. Dass und inwieweit der vorgelegte Stu­di­en­plan hier­für von Rel­e­vanz ist, lies sich für den Bun­des­gericht­shof wed­er den Aus­führun­gen in der ange­grif­f­e­nen Entschei­dung ent­nehmen noch war es ander­weit­ig ersichtlich.

Der Bun­des­gericht­shof hat daher die Sache zur Nach­hol­ung der erforder­lichen Fest­stel­lun­gen zu den tat­säch­lichen Inhal­ten der Hochschu­laus­bil­dung des Betreuers zum Diplom­lehrer für Geschichte an das Landgericht zurück­ver­wiesen (§ 74 Abs. 6 Satz 2 Fam­FG)). Dieses wird sich bei der rechtlichen Einzelfall­be­w­er­tung an der inzwis­chen umfan­gre­ichen Bun­des­gericht­shof­s­recht­sprechung ori­en­tieren kön­nen, mit der die auch vor­liegend entschei­dungser­he­blichen grundle­gen­den Rechts­fra­gen gek­lärt sind1. Bei der Anwen­dung der danach gel­tenden rechtlichen Maßstäbe wird das Beschw­erdegericht neben dem zahlen­mäßi­gen Umfang der­jeni­gen Unter­richtsstun­den, die zumin­d­est auch auf die Ver­mit­tlung betreu­ungsrel­e­van­ter Ken­nt­nisse angelegt waren, und dem Anteil dieser Stun­den an der Gesamt­stun­den­zahl weit­er zu berück­sichti­gen haben, inwieweit das dabei ver­mit­telte Wis­sen selb­ständi­ger und maßge­blich­er Bestandteil der Abschlussprü­fung war2.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 4. Dezem­ber 2013 — XII ZB 252/13

  1. vgl. BGH, Beschlüsse vom 18.01.2012 — XII ZB 409/10 , Fam­RZ 2012, 629 [staatlich anerkan­nte Sozial­wirtin]; vom 08.02.2012 — XII ZB 230/11, XII ZB 232/11 [Studi­um der Ver­sorgung­stech­nik]; vom 04.04.2012 — XII ZB 447/11 , NJW-RR 2012, 774 [Sparkassen­be­trieb­swirtin]; vom 02.05.2012 — XII ZB 393/11; vom 22.08.2012 — XII ZB 319/11 , NJW-RR 2012, 1475 [Diplom­be­trieb­swirt aus der ehe­ma­li­gen DDR]; vom 10.04.2013 — XII ZB 349/12 , Fam­RZ 2013, 1029 [Diplomjurist]; vom 23.10.2013 — XII ZB 429/13 [Diplom­lehrerin für Rus­sisch und Geschichte]; vom 30.10.2013 — XII ZB 139/13 [Ober­stleut­nant der Reserve]; vom 30.10.2013 — XII ZB 23/13 [Wirtschafts­diplom an der Säch­sis­chen Ver­wal­tungsakademie]; und vom 06.11.2013 — XII ZB 86/13 [Stu­di­en­gang Chemie] []
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 23.10.2013 — XII ZB 429/13 []