Der Wunsch-Betreuer

Eine Entschei­dung fehler­haft, wenn das Gericht ent­ge­gen § 1897 Abs. 4 Satz 1 BGB nicht auf (hier: den gegenüber der Betreu­ungs­be­hörde) aus­drück­lich geäußerten Wun­sch des Betrof­fe­nen, seine Mut­ter zur Betreuerin zu bestellen, einge­gan­gen ist.

Der Wunsch-Betreuer

Nach § 1897 Abs. 4 Satz 1 BGB hat das Betreu­ungs­gericht dem Vorschlag des Betrof­fe­nen, eine Per­son zum Betreuer zu bestellen, zu entsprechen, sofern die Bestel­lung des vorgeschla­ge­nen Betreuers dem Wohl des Betrof­fe­nen nicht zuwider­läuft. Ein solch­er Vorschlag erfordert wed­er Geschäfts­fähigkeit noch natür­liche Ein­sichts­fähigkeit. Vielmehr genügt, dass der Betrof­fene seinen Willen oder Wun­sch kund­tut, eine bes­timmte Per­son solle sein Betreuer wer­den. Etwaigen Miss­bräuchen und Gefahren wird hin­re­ichend durch die begren­zte, let­ztlich auf das Wohl des Betrof­fe­nen abstel­lende Bindungswirkung eines solchen Vorschlags begeg­net1.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 14. Jan­u­ar 2015 — XII ZB 352/14

  1. BGH, Beschluss vom 15.12 2010 — XII ZB 165/10 Fam­RZ 2011, 285 Rn. 14 []