Bekanntgabe eines Sachverständigengutachtens im Betreuungsverfahren

Das in einem Betreuungsverfahren einzuholende Sachverständigengutachten ist den Beteiligten, namentlich dem Betroffenen, bekanntzugeben. Nur in Ausnahmefällen kann von der vollständigen schriftlichen Bekanntgabe eines Gutachtens an den Betroffenen abgesehen werden1.

Bekanntgabe eines Sachverständigengutachtens im Betreuungsverfahren

Selbst in Fällen, in denen die Bekanntgabe des Gutachtens die Gesundheit der Betroffenen schädigen oder zumindest ernsthaft gefährden könnte müsste ein Verfahrenspfleger bestellt, diesem das Gutachten übergeben werden und die Erwartung gerechtfertigt sein, dass er mit der Betroffenen über das Gutachten spricht2.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 15. Januar 2014 – XII ZB 289/13

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 11.08.2010 – XII ZB 138/10 BtPrax 2010, 278 []
  2. vgl. BGH, Beschlüsse vom 07.08.2013 – XII ZB 691/12 FamRZ 2013, 1725 Rn. 11 ff.; und vom 11.08.2010 – XII ZB 138/10 BtPrax 2010, 278 Rn. 9 []